Wer von Ihnen schon einmal an den Ufern der Loire seinen Urlaub verbringen durfte, wird sich mit Sicherheit auch an Vouvray erinnern. Idyllisch am Nordufer gelegen, verfügt diese Gemeinde zwar gerademal über 10% an Einwohnern/km²,von dem was wir im Stuttgarter Westen auf der gleichen Fläche an Autos zu bieten haben, aber der Wein, der Wein, der Wein! Meine Nase kommt noch heute ins Schwärmen.

Diese herrlichen Chenin Blanc-Trauben der AOC Vouvray wohin man schaut. Und die flüssigen erst! Fast wäre ich erschrocken, als ich hörte, dass Vouvray seit mehr als 25 Jahren eine Partnerschaft mit einer bayrischen Stadt pflegt. Randersacker-als Würzburger Randgemeinde- beruhigte mich als Weinbaugemeinde dann allerdings. Der Harz wäre wohl schlimmer gewesen.

Im La-Rocheliere – das man wirklich sehr empfehlen kann, (https://www.tripadvisor.de/Hotel_Review-g187243-d1379019-Reviews-La_Rocheliere-Tourrettes_sur_Loup_Alpes_Maritimes_Provence.html) lernte ich Bernard, den Inhaber von Domaine des Aubuisières kennen und wir kamen schnell ins fachsimpeln. Ich spürte regelrecht wie mir meine Kennernase sagte: „Das ist er! Das passt! Der kann was!“

Ich erfuhr von Ihm interessante Neuigkeiten. Warum zum Beispiel der edle Schaumwein dieser Region nicht mehr als Crémant de Vouvray verkauft werden darf, obwohl er doch alle Kriterien erfüllt. Dafür war er wieder verwundert, dass wir Deutschen seit 1902 Schaumweinsteuer zahlen um die kaiserliche Kriegsflotte zu finanzieren. Erfahren habe ich das im Jahr 2012! Also sollten wir inzwischen die größte und modernste Flotte weltweit besitzen. Man muss einfach nicht Alles verstehen. Mein Anhang nur für die Zweifler:

Aber zurück zum wunderbaren Chenin Blanc, der auf diesem überall anzutreffenden kieseligen Lehmboden einmalig gedeiht. Mein Favorit war Bernards 2015er „Les Perruches“ was so viel heißt wie „Die Sittiche“. Sicher begründet auf die an den steilen Außenkehren der Loire nistenden Vögel.

Dieser Weißwein mit seiner zart eingebundene Säure und einer Ausgewogenheit an Schmelz und Frucht ist sensationell und jeden Cent wert. Ebenfalls bewundernswert an den Weinen dieser Region ist das großartige Reifepotential. In guten Jahrgängen von bis zu 20 Jahren!

Wer jetzt noch die richtige Ausrüstung dabei hat (Genügend Wein, Korkenzieher, Weinglas, Angel, Feuerzeug, Besteck und Zeit) lebt nach erfolgreichem Fang wirklich wie Gott in Frankreich.

Für den Fall, dass der nächste Urlaub schon verplant ist und Sie nicht warten möchten, holen Sie sich bei Feinkost-Längerer in Möhringen den saisonal besten Fisch nach seiner Empfehlung. Für Vegetarier bieten sich traumhafte Gerichte mit Ziegenkäse an. Nur die Veganer sollten den Wein meiden. Die Schönung erfolgt mit tierischem Eiweiß.

Die beiden edlen Tropfen bekommen Sie natürlich im Weinhaus Kühnel. Zum Einen den beschriebenen Stillwein und natürlich auch den nach der klassischen „Méthode Traditionelle“ hergestellten prickelnden „Bruder“ mit dem Opfer für die kaiserliche Kriegsflotte von 1,21 Euro/0,75 Ltr.-Flasche.

Denken Sie an meine Worte: Es sterben gerade im Schwabenland so viele Menschen ohne dass sie gelebt haben. Möchten Sie dazu gehören? Sicherlich nicht. Sehr zum Wohle!

Ich freue mich auf Ihr Feedback. Bis zur nächsten Entdeckung

Eure Weinnase

 

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